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02. März 2024

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Regulierung und Cyber-Kriminalität und Digitalisierung

Regulierung und Cyber-Kriminalität und Digitalisierung © pexels/cottonbro studio

Die Österreichische Versicherungsbranche sorgt sich um aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen. Im Fokus stehen behördliche Eingriffe, steigende Cyber-Attacken und die digitale Transformation.

(red/rucz/mich) Die geopolitischen Spannungen, Wetterextreme sowie die durch Inflation erhöhten Lebenshaltungskosten und die Digitalisierung sind über alle Branchen hinweg aktuelle Herausforderungen. Die Studie „Insurance Banana Skins“ des Beratungshauses von PwC erhob wiederum die Risiken, Sorgen und Stolpersteinen, welchen die globale und heimische Versicherungsbranche aktuell gegenübersteht.

Die Erhebung wird seit 2007 alle zwei Jahre mit dem Centre for the Study of Financial Innovation (CSFI) umgesetzt. Diesmal nahmen 580 VersicherungsexpertInnen aus 39 Ländern (u.a. Europa, Afrika, Asien) teil, darunter 11 aus Österreich.
Eine der Hauptsorgen betrifft die zunehmende Regulierung in Europa, die für die Branche mit hohen bürokratischen Kosten und erschwerten Geschäftsbedingungen verbunden wird, insbesondere für kleinere Marktteilnehmer. An zweiter Stelle folgt mittlerweile bereits das Thema Cyber-Kriminalität (global Platz Eins). Durch die großen Volumina an Kundendaten gilt die Versicherungsbranche als lohnendes Ziel für Cyberangriffe.

Die anstehende digitale Transformation
Als nächstes folgt die voranschreitende technologische Entwicklung mit der anstehenden digitalen Transformation. Bei Finanzdienstleistern wie Banken und Versicherungen betrifft das sowohl die internen Prozesse wie auch die nach außen zu den Kunden. Es geht um abteilungsübergreifende Vernetzung mit Echtzeit-Daten und in dem Kontext um die schnellen technischen Entwicklungen, um die gestiegene Erwartungshaltung der KundenInnen und die Kostenfrage für die nötigen neuen Systeme und Geräte.

Als viertes Thema folgt der Bereich Klimawandel mit vermehrt auftretenden Unwettern und den damit verbundenen Schäden. Die Makroökonomie kommt auf Platz fünf der Sorgen. Im Wesentlichen geht es hier um geopolitische Spannungen und um die hohe Inflation im Kontext mit einem Rückgang der Nachfrage an Versicherungsprodukten - was dann etwaig mit einem Preisdruck auf die Prämien verbunden wäre.

Besorgter und besser vorbereitet
„Die österreichischen Versicherer und ihre internationalen KollegInnen beschäftigen Regulierung, Cyber-Kriminalität, technologischer Wandel und die Auswirkungen der Klimakrise“, fasst Thomas Windhager von PwC Österreich zusammen. „Die anhaltenden inflationsbedingten Kostenerhöhungen könnten das Interesse an Versicherungsprodukten reduzieren und dann müssten Versicherungen etwaig ihre Preisgestaltung anpassen“, ergänzt Windhager. „Das ist aber noch nicht absehbar und muss weiter beobachtet werden.“ Beim Thema KI sehen die Versicherer Chancen wie Herausforderungen durch fehlende Regulierungen sowie Transparenz und Sicherheitsrisiken.

Im globalen Vergleich ist Österreich besorgter, sieht sich aber dann auch besser vorbereitet. In kaum einem anderen Land ist die durchschnittliche Risikobewertung so hoch wie in Österreich (Anm. Platz 3 hinter Südafrika und Nigeria). Gleichzeitig fühlt sich die Branche aber besser auf Risiken vorbereitet als ihre internationalen Kollegen (Platz 2 hinter Spanien) und auch Reputationsrisiken werden von den heimischen Versicherern weniger als Herausforderung wahrgenommen (Österreich: Platz 20, weltweit: Platz 13).

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red/rucz/mich, Economy Ausgabe Webartikel, 10.10.2023