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03. März 2024

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Chinesische Investments in Europa rückläufig

Chinesische Investments in Europa rückläufig© pexels/ruiyang zhang

Im Vorjahr reduzierten sich in Europa Firmenübernahmen und Investments aus China. Statt 155 nur 139 Transaktionen und statt rund 12 nur 4 Milliarden US-Dollar an Transaktionswert. In Österreich kam es nur zu einer chinesischen Übernahme.

(red/czaak) Einkaufende Unternehmen und Institutionen aus China kamen bei Firmenübernahmen in Europa im vergangenen Jahr 2022 nur selten zum Zug. Die Zahl der Transaktionen sank im Vergleich zum Jahr 2021 von 155 auf 139 und auch das Volumen beim Wert der Beteiligungen und Übernahmen reduzierte sich von 12,4 auf 4,3 Milliarden US-Dollar. Bei der Mehrzahl der Übernahmen liegen allerdings keine Angaben zu exakten Kaufpreisen vor, so die Ergebnisse einer alljährlichen Studie von EY.

Teilweise erheblicher politischer Widerstand gegenüber chinesischen Investoren
„Chinesische Unternehmen sind bei ihren Investitionen in Europa insgesamt zurückhaltend“, sagt Eva-Maria Berchtold, Partnerin und Leiterin der Strategie- und Transaktionsberatung bei EY Österreich. „Einmal hat die Pandemie und die langanhaltenden Eindämmungsmaßnahmen in China zu massiven Beschränkungen geführt, die auch Transaktionen erschwert haben. Und dann sind die Expansionsmaßnahmen für viele chinesische Unternehmen seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts in der Priorität stark gesunken.“

Ein weiterer Faktor ist der teilweise erhebliche Widerstand gegenüber chinesischen Investoren in vielen europäischen Ländern und das betrifft insbesondere Sektoren wie kritische Infrastrukturen. Die Chinesen prüfen daher inzwischen sorgfältig, ob Übernahmekandidaten politische Diskussionen auslösen könnten. Auch das belastete politische Verhältnis zwischen den USA und China würde sich hemmend auswirken. „Wenn Übernahmekandidaten Produktionsstätten oder andere zentrale Einrichtungen in den USA haben, werden potenzielle chinesische Bieter oftmals gar nicht erst eingeladen“, so Berchtold.

Weniger Industriebetriebe und mehr High-Tech-Unternehmen
Das Land Österreich ist nach wie vor kaum auf dem Schirm von Investoren aus China. Wie schon in den drei Jahren davor gab es auch 2022 nur einen chinesischen Deal in Österreich. Der Investor Jebsen Capital, ein Beteiligungsarm der Jebsen Group, erwarb Ende des Jahres 2022 Anteile vom österreichischen Kinder- und Jugendradhersteller woom. Damit stagnieren die chinesischen Investitionen in Österreich weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Fünf Investments gab es zuletzt im Jahre 2017.

Runtergebrochen auf Branchen, gab es im vergangenen Jahr europaweit erstmals mehr Übernahmen und Beteiligungen im High-Tech-Segment. Dazu gehören primär Software- und Halbleiter-Unternehmen. Hier stieg die Zahl der Übernahmen gegen den Trend von 27 auf 32. Parallel sank die Zahl bei Industrieunternehmen von 30 auf 25. Im Industriesektor wurden mit neun Transaktionen die meisten Deals in Deutschland gezählt, bei Transaktionen im High-Tech-Bereich liegt Großbritannien mit sechs Deals an der Spitze – vor Frankreich (fünf) und Deutschland (vier).

Verkauf des niederländischen Halbleiterherstellers Ampleon als größte Transaktion
In Deutschland wurden zudem besonders viele Transaktionen im Gesundheitsbereich gezählt, wozu neben Biotech-Unternehmen auch die Branchen Pharma und Medizintechnik zählen. Europaweit gab es in diesem Segment 17 Transaktionen, von denen neun auf Deutschland entfielen. Die meisten Transaktionen wurden neuerlich in Großbritannien (27) verzeichnet, knapp vor Deutschland (26) und deutlich vor Frankreich (17).

Die europaweit größte Investition war 2022 der Verkauf des niederländischen Halbleiterherstellers Ampleon (Anm. bisher im Besitz eines chinesischen Private Equity Investors) an Wuxi Xichan Microchip Semiconductor für knapp zwei Milliarden US-Dollar. Die zweitgrößte Transaktion war der Einstieg von Tencent bei der Ubisoft-Familienholding Guillemot Brothers für knapp 300 Millionen US-Dollar, gefolgt vom Erwerb des französischen Arzneimittelproduzenten Cenexi durch den chinesischen Pharmakonzern Fosun für 218 Millionen US-Dollar.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 24.02.2023