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25. Juni 2024

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Cloud Computing und die digitale Transformation

Cloud Computing und die digitale Transformation © pexels/alksandar pasaric

Cloud Computing im öffentlichen Sektor ist ein relevanter Parameter für bessere Bürgerservices. Eine aktuelle Erhebung von PwC und Amazon Web Services beleuchtet Erfolgsfaktoren und Hindernisse bei der Umsetzung.

(red/czaak) Cloud Computing gilt auch für die digitale Transformation des öffentlichen Sektors als mitentscheidender Erfolgsfaktor. Bürger erwarten zunehmend die digitale Erledigung ihrer Behördengänge und dabei kann Cloud Computing vielfältig unterstützen. Die Bandbreite erstreckt sich von (auch kostenseitig) optimierten Prozessen etwa durch bedarfsflexible Skalierungsmöglichkeiten bis hin zu jeweils letztaktuellen Diensten für den Endkunden bzw. Bürger und das inkludiert dann auch das Thema Sicherheit.

Langwierige Beschaffung und fehlende Kompetenz und das Thema Datenschutz
In Österreich ist der öffentliche Sektor mit der Nutzung moderner Cloud-Dienste aber größtenteils noch zurückhaltend. Langwierige Beschaffungsprozesse, fehlende Kompetenz mit Cloud-Technologien und datenschutzrechtliche Fragestellungen sind hier oft genannte Herausforderungen. Dem gegenüber stehen Bestrebungen, Cloud-Computing stärker zu nutzen, auch als Basis für letztaktuelle und sichere IT-Infrastrukturen zur Bedienung einer zunehmend digitalen Erwartungshaltung der Bürger.
In der Erhebung „Perspektiven zur Cloudnutzung im öffentlichen Sektor" haben die Berater von PwC Österreich und der Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) nun aktuell Chancen und Herausforderungen von Cloud Computing in Österreich untersucht. Für die Studie wurden Experten aus Ministerien, dem Bildungs- sowie Gesundheitswesen und öffentlichen Institutionen befragt. Im Ergebnis zeigt sich (Anm. möglicherweise nicht ganz überraschend): Cloud Computing ist für die digitale Transformation des öffentlichen Sektors ein zunehmend entscheidender Faktor.

Parallele sowie zeit- und ortsunabhängige Bereitstellung von Diensten
„Für die digitale Transformation in der Gesellschaft sind Cloud-Technologien nicht nur ein wichtiger Katalysator, sondern eine Grundvoraussetzung. Sie haben das Potenzial, den öffentlichen Sektor in Österreich komplett zu transformieren und können sich positiv auf das Wirtschaftswachstum auswirken“, sagt Andreas Hladky von PwC Österreich. Einigkeit zeigt sich bei den Vorteilen von Cloud Computing. Primär betrifft das die parallele sowie zeit- und ortsunabhängige Bereitstellung von Diensten mit entsprechend flexiblen Nutzungsmöglichkeiten.

„Dieser Vorteil zeigte sich insbesondere während der Corona-Pandemie, wo speziell der Bildungsbetrieb mittels virtueller Unterrichtsmethoden aufrecht erhalten werden konnte“, betont Hladky. Als positives Beispiel auch für eine behördenübergreifende Zusammenarbeit gilt das Projekt „Klimabonus“. Um die notwendigen Daten für die Auszahlung zu erhalten und DSGVO-konform abzuwickeln, kooperierten mehrere Ministerien und Behörden. „Cloud Computing spielte dabei eine unentbehrliche Rolle“ so Hladky.

Beschaffungsprozesse und mangelnde Cloud-Kompetenz als wichtigste Herausforderungen
Als schwierig gestalte sich die Beschaffung von Cloud-Lösungen und das betrifft insbesondere die oftmals aufwendigen Ausschreibungen. Den Angaben der Befragten zufolge würden kommerzielle Cloudbereitstellungsmodelle nicht zu den bisherigen Einkaufslogiken des Bundes passen. Der Bund arbeite nun an innovativeren Beschaffungsformen, wo es auch um neue Beschaffungsmodelle über Marktplätze wie GovMarket geht.

Ein weiterer Hemmschuh sind mangelnde Cloud-Kompetenzen, insbesondere beim Thema Verlagerung von Rechenressourcen in die Cloud, was ohne externe Expertise kaum zu bewältigen sei. Hier brauche es verbindliche Datenstandards und eine generelle Unterstützung des öffentlichen Sektors beim Wissensaufbau für eine erfolgreiche Umsetzung der digitalen Transformation, so die Experten von PwC und AWS.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 08.01.2024