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13. Juni 2024

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„Digitalisierung ist Antwort auf aktuelle Herausforderungen“

„Digitalisierung ist Antwort auf aktuelle Herausforderungen“© pexels/rahul pandit

Deutscher Markt der Digitalwirtschaft wächst 2024 um über vier Prozent auf 224 Milliarden Euro. Beschäftigtenzahl soll um 36.000 auf 1,4 Millionen zulegen, so eine aktuelle Analyse des deutschen Bitkom-Verbandes.

(red/czaak) Deutschlands digitale Wirtschaft ist auf Wachstumskurs. Trotz eines schwierigen konjunkturellen Umfelds erwartet der Digitalverband Bitkom für die Unternehmen der IT und Telekommunikation (ITK) für 2024 ein Umsatzplus von 4,4 Prozent auf 224 Milliarden Euro. Der ITK-Sektor würde damit um den Faktor drei bis vier stärker wachsen als die Wirtschaft insgesamt.

Fachkräftemangel als Hemmschuh bei Arbeitsplatzwachstum
Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um zwei Prozent auf 215 Milliarden Euro zugelegt. Dieses Umsatzwachstum hat auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten in der ITK-Branche soll laut Bitkom im Jahresverlauf 2024 um 36.000 wachsen und auf rund 1,4 Millionen steigen. Bereits 2023 sind 28.000 neue Arbeitsplätze entstanden.

„Die meisten Unternehmen zeigen sich krisenfest. Auch unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen legen Umsätze und Beschäftigung zu. Insbesondere das Arbeitsplatzwachstum könnte ohne Fachkräftemangel noch deutlich größer ausfallen“, sagt Ralf Wintergerst, Präsident des Bitkom-Verbandes. „Digitalisierung ist die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen für Wirtschaft, Gesellschaft und Staat. Unsere Devise muss daher lauten: Mehr Entschlossenheit bei der Digitalisierung und mehr Freiraum für Innovationen“, betont Wintergerst.

Jedes fünfte Digitalunternehmen will Investitionen erhöhen
In der Digitalwirtschaft entwickelt sich auch das Geschäftsklima gegen den Trend der Gesamtwirtschaft positiv, wie der von Bitkom und ifo Institut erstellte Digitalindex zeigt. Während der ifo Index für die Gesamtwirtschaft im Dezember von minus neun Punkten noch einmal auf minus 11 zurückging, legte der Digitalindex von sechs auf rund zehn Punkte zu. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Investitionsplanungen der ITK-Unternehmen wider.

22 Prozent wollen ihre Investitionen 2024 erhöhen und 61 Prozent die Ausgaben konstant halten, 17 Prozent müssen auf die Bremse treten. Dabei wird vor allem in Software sowie Forschung und Entwicklung investiert. „Die Digital-Branche startet mit Zuversicht ins neue Jahr. Sie bringt mit ihren Lösungen Effizienz- und Produktivitätszuwächse für die Unternehmen und sie macht positive Stimmung. Beides braucht Deutschlands Konjunktur derzeit wohl dringender denn je“, unterstreicht Wintergerst.

IT und KI treiben das Branchen-Wachstum
Der wichtigste Wachstumstreiber ist dabei die Informationstechnik. Nach einer leichten „Delle“ im vergangenen Jahr (plus zwei Prozent auf 144 Milliarden Euro) werden 2024 nach aktueller Prognose 151 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Plus von sechs Prozent. Vor allem das Geschäft mit Software legt stark zu (plus neun Prozent auf 45 Milliarden Euro). Überdurchschnittlich wachsen die Umsätze mit Plattformen für die Entwicklung, das Testen und die Bereitstellung von Software, und zwar um über 12 Prozent auf 12 Milliarden Euro.

Hier spiegelt sich auch der aktuelle Boom bei Künstlicher Intelligenz wider. Das Geschäft mit KI-Plattformen wächst um 38 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, so die Bitkom-Angaben „Künstliche Intelligenz wird 2024 das Top-Thema bleiben. Unternehmen sollten sich jetzt mit KI beschäftigen, entsprechende Projekte aufsetzen und auch in die Technologie investieren“, so Wintergerst. „Die Politik muss bei der Umsetzung des AI-Acts Augenmaß beweisen und dafür sorgen, dass KI in Deutschland und Europa sowohl weiter genutzt als auch entwickelt werden kann.“

Software für Systeminfrastruktur von Unternehmen
Deutlich zulegen kann auch das Geschäft mit Software für die Systeminfrastruktur von Unternehmen. In diesem Segment legen die Umsätze um voraussichtlich acht Prozent auf zehn Milliarden Euro zu. Sicherheitssoftware hat daran einen Anteil von 3,9 Milliarden Euro, das entspricht einem Anstieg um rund 13 Prozent. Stark wachsend sind auch die Umsätze mit sonstigen Software-Anwendungen, sie legen um über acht Prozent auf 23 Milliarden Euro zu.

Enthalten sind dabei etwa sogenannte Kollaboration-Tools zur medienübergreifenden Zusammenarbeit und zum mobilen Arbeiten, die überdurchschnittlich um 13 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro wachsen.
Die Umsätze mit IT-Dienstleistungen steigen 2024 um fast fünf Prozent auf rund 52 Milliarden Euro. Besonders kräftig wachsen dabei Cloud-Dienste, die um 17 Prozent zulegen und einen Anteil von knapp 18 Milliarden Euro am gesamten IT-Service-Markt haben. „Das insgesamt starke IT-Wachstum zeigt, dass die deutsche Wirtschaft das Thema Digitalisierung ernst nimmt. Die Investitionsbereitschaft bleibt auch unter schwierigen Bedingungen hoch“, resümiert Ralf Wintergerst, Präsident des Bitkom-Verbandes.

Anm. der Redaktion: kommenden Fr, den 19.01.24 erscheint ein Bericht zu den aktuellen Bitkom-Analysen der Branchen Telekom, Hardware und Consumer-Electronics sowie ein weltweiter Vergleich dieser Branchen als Wirtschaftsfaktor.

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red/czaak, Economy Ausgabe Webartikel, 16.01.2024