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13. Juni 2024

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Die nächste Generation soll das Ruder übernehmen

Die nächste Generation soll das Ruder übernehmen© pexels/cottonbro studio

Fast die Hälfte der deutschen Familienunternehmen steht vor der Übergabe an die nächste Generation. Das betrifft insbesondere größere Betriebe, so eine aktuelle Erhebung des ifo-Instituts.

(red/cc) In den nächsten drei Jahren steht bei 43 Prozent der Familienunternehmen eine Unternehmens- oder Anteilsübertragung an. 42 Prozent aller befragten Unternehmen haben allerdings noch keinen Nachfolger für die Geschäftsleitung aus der Familie. Die Inhaber werden immer älter, und es bekommen immer weniger Familienunternehmen eine familieninterne Nachfolge hin. Zuletzt waren das nur 34 Prozent.

„Vor allem die größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern planen in den nächsten drei Jahren den Generationenwechsel, und zwar 50 Prozent von ihnen“, sagt Annette von Maltzan vom ifo Institut. Diese Zahlen haben das Münchner ifo-Institut und die Stiftung Familienunternehmen 2023 ermittelt und analysiert.

Erbschaft- oder Schenkungsteuer eine starke Belastung
Auch in den Aufsichtsräten ist Nachwuchs aus den eigenen Reihen selten. Nur ein Viertel der Unternehmen kann das Gremium mit Familienmitgliedern nachbesetzen. Das Ausscheiden der Babyboomer-Jahrgänge beeinflusst demnach nicht nur das Angebot an Fachkräften, sondern auch an Unternehmensnachfolger. Ein Stimmungsmonitor im Sommer 2023 zeigte zudem, dass für 61 Prozent der Familienunternehmen die Erbschaft- oder Schenkungsteuer eine starke Belastung ist.

Noch untermauern die Zahlen die Langlebigkeit von Familienunternehmen. Fast die Hälfte befindet sich in der zweiten und dritten Generation. Rund ein Fünftel schafft es darüber hinaus. Die ältesten Unternehmen existieren laut den Erhebungen bereits seit dem 14. Jahrhundert. Fünf Prozent sind vor 1900 gegründet worden, weitere zehn Prozent in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Bürokratie, Energiepreise, Fachkräftemangel und Steuerlast
Das deutsche ifo-Institut erhebt seit 2017 für die Stiftung Familienunternehmen zentrale Gesellschafterdaten in Umfragen zu wirtschaftspolitischen Themen. Jedes Jahr nehmen daran 1.500 bis 2.000 Unternehmen teil. Das Spektrum reicht branchenübergreifend von Familienunternehmen und Nicht-Familienunternehmen unterschiedlichster Größe. Die Datenbank umfasst mittlerweile Angaben zufolge mehr als 12.000 Unternehmen, die Hälfte davon Familienunternehmen.

„Die zugrunde liegende Datenbank „FamData“ ist ein wertvolles Instrument in der Forschung, gerade auch rund um das Thema Nachfolge. Die kommende Unternehmergeneration hat großes Zutrauen in die Leistungs- und Innovationsfähigkeit ihrer Familienunternehmen“, erläutert Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. „Radikal verbessern müssen sich die Rahmenbedingungen für Familienunternehmen. Bürokratie, Energiepreise, Fachkräftemangel und Steuerlast entmutigen die Nachfolgegeneration“, betont Kirchdörfer.

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red/cc, Economy Ausgabe Webartikel, 29.01.2024